European Giants gewinnen erstmals Bernd Best Turnier
Alle Ergebnisse im Detail (PDF-Datei)

Endlich kann man sie sich noch einmal ansehen. Die Aufzeichnungen der Bernd Best Turnier Endspiele von 2010 und 2009 sind nun online verfügbar.
Im kommenden Jahr findet das Bernd Best Turnier vom 15. - 17. April 2011 statt.



Lars Welding hat während des Bernd Best Turniers 2010 Aufnahmen aus einem anderen Blickwinkel gemacht.
Rund um das Spielgeschehen sind eine ganze Reihe von Fotos in unserer Fotodatenbank zu finden.
Ein Bericht von Mike Eichholtz und Sandra Meinert
Mit einem unglaublich spannenden Champions League-Finale hat das 12. Bernd Best Turnier einen würdigen Abschluss gefunden. Die beiden beteiligten Teams European Giants und The Rebels (Endstand 48:47) haben den zahlreichen Zuschauern gezeigt, was Rollstuhlrugby ausmacht: Siegeswille und Kampfgeist bis zum Schluss. Spannende Begegnungen konnte man das gesamte Wochenende in allen vier Spielklassen erleben.
Neben den sportlichen Begegnungen bietet das Bernd Best Turnier jedes Jahr auch einen Erfahrungsraum für neue Schiedsrichter. Wenn bei manchen knappen Begegnungen auch die Emotionen hoch kochten, zeigte sich doch ein fairer Umgang unter den Teams, den Schiedsrichtern und Tisch-Schiedsrichtern. Die Solidarität unter allen Rugby-Begeisterten war das ganze Wochenende hindurch spürbar.
Die Organisatoren Norbert Leisten und Wilfried Klein beschrieben während der Siegerehrung die zwei Charakteristika des Bernd Best Turniers: Hier kommen viele Rugbyspieler zusammen, um Sport zu machen und Spaß zu haben. Zum anderen trägt das Bernd Best Turnier zu einer Akzeptanz und Aufwertung des Behindertensports in der Öffentlichkeit und der Politik bei.
Die Basic League bietet unerfahrenen Teams die Möglichkeit zum Wettkampf. Vor allem deutsche Teams nutzen jedes Jahr die Basic League als Wettkampfmöglichkeit. Dabei dominierten die Felber Warriors A aus Österreich und der Hamburger SV, wobei die Österreicher schließlich als Sieger dieser Spielklasse das Finale für sich entschieden (Endstand 42:35). Beide Teams zeigten mehr als Basic Legaue-Niveau und traten sehr eingespielt auf.
Die dritte Mannschaft der Cologne Alligators musste sich den Koblenz Speedos 2 schließlich geschlagen geben, denen die lange bzw. kurze Partynacht weniger zugesetzt hatte. Die eingespielten Koblenzer gewannen verdient mit 6 Punkten Unterschied. Für Unverständnis sorgte die eigenmächtige Runterklassifizierung eines Kölner Spielers.
Die Advanced League war auch 2010 die deutliche Wunsch-Liga der meisten und mit 16 Teams schließlich die größte Liga. Hier ist die Schnittstelle zwischen älteren routinierten und neuen, aufstrebenden Spielern. In dieser Spielklasse dominierten die beiden französischen Teams, die sich schließlich im Finale gegenüberstanden. Die Grinders Patrol schlugen Les Mambas mit 47:34. Dabei dominierte der 3,5 Punkte-Spieler der Siegermannschaft das Spiel und sorgte für reichlich Diskussionsstoff in der Frage der Spielerklassifizierung.
Einige Teams mit Advanced League-Wunsch mussten in die Professional League hochgestuft werden. Wenn das auch zu Unzufriedenheit führte, war die Liga doch sehr homogen und bot ausgeglichene und spannende Begegnungen. Die Gaelic Warriors 1 unterlagen im Finale den polnischen The Reds 2 mit 25:36. Damit verbesserten sie sich zum letzten Jahr um einen Platz. Die Gastgeber Cologne Alligators 1 stellten endlich wieder ein Team in der Professional League und konnten mit ihrem 6. Platz durchaus zufrieden sein. Die Bochum Roadrunners hätten sicherlich mehr als den vorletzten Platz vor den Prague Robots erwartet.
Der kurzfristige und bedauernswerte Rückzug des Nachwuchsteams Next Genereation aus der Champions League hatte Auswirkungen auf alle Ligen. Da Spieler dieser Mannschaft sich in anderen Teams nachmeldeten, kam es zu einer Verzerrung der Vergleichbarkeit, wie das Hamburger Team in der Basic League bewies.
Das gewohnt hohe Niveau der Champions League ließ sich im spannenden Finale zwischen den European Giants und den Karlsruher Rebels erleben. Diese konnten trotz sehr gut eingespielter Linie ihren Titel aus dem letzten Jahr nicht verteidigen. Die beeindruckenden Giants bewiesen bis zum Schluss, dass sie den Pokal dieses Mal unbedingt mit nach Hause nehmen wollten. Obwohl sie mit Spielern aus Belgien, Großbritannien, der Schweiz und Deutschland keine regelmäßige Trainingsgelegenheit haben, setzten sie Maßstäbe. Jason Roberts als Spielertrainer stellte seine Leute hervorragend ein.
Beide Teams demonstrierten den zuschauenden Spielern, was Rugby ausmacht: Um jeden Ball wurde erbittert gekämpft, Motivation und Kampfgeist wurden bis zum Schluss bewiesen. Das Spiel bot ein Paradebeispiel für konzentriertes Spiel, bei dem jeder der wenigen Fehler sofort vom Gegner ausgenutzt wurde. Nach einem Rückstand von 27:23 zur Halbzeit kamen die Rebels immer wieder an ein Unentschieden heran und schafften zur Mitte des letzten Viertels sogar noch eine Führung. Mit dem Endstand von 48:47 wendeten die Giants schließlich das Blatt und konnten eine Verlängerung abwenden. Routiniert gepfiffen wurde diese denkwürdige Partie von den internationalen Schiedsrichtern Gilles Briere (Kanada) und Chris van de Riet (Schweiz).